Wolfgang Wilhelm, der am 17.02.2020 neunundsiebzigjährig verstarb, war von herausragendem und vielfältigem bürgerlichen Engagement in seiner Heimatgemeinde geprägt. Als leidenschaftlicher und äußerst fachkundlicher Heimatforscher und Archäologe hat er die Geschichte der Gemeinde für die Zukunft mit mehreren Heimatbüchern zur Natur- und Altertumskunde und einem kleinen Museum im Rathaus Iggingens bewahrt.
Wilhelm trat 1990 dem Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd bei. Hier wirkte er in der AG Geologie mit. Er hatte großes Interesse an nutzbarem Gestein, aus dem der frühgeschichtliche Mensch Werkzeuge und Kunstgegenstände herstellte. 1994 beteiligte er sich an der Ausstellung „Pflanzen in der Erdgeschichte“. In Durlangen grub er im Gewann Wagenboden nach seinem Lieblingsgestein Gagat, das er nach einer alten Urkunde von 1433 suchte und auch fand.
Bei weiteren Ausstellungen führte er im Museum Prediger gerne die Besucher, hielt bei Geo-Stammtischen mehrmals Vorträge über die Nutzung des Rohstoffs Gagat. Auch bei der Neuausrichtung des Geologischen Pfades 2004 wirkte er mit.

Bei einer Geländebegehung am 02.09.08 zum Thema „Gagat – Vorkommen und Nutzung“ führte Wolfgang Wilhelm die Teilnehmer zum Gewann Wagenboden im Leintal bei Durlangen. Er beleuchtete vor Ort die Gagatfundstellen im Gmünder Raum. Sie waren die Rohstoffquellen der Augsteiner oder Kügeleinmacher in Schwäbisch Gmünd zur Herstellung von Filigran-Rosenkränzen. Bei einem Stammtisch der AG Geologie wurde das Thema durch einen weiteren Vortrag vertieft.

Wolfgang Wilhelms ruhige, aber bestimmte Art wird uns nun bei diesen Sitzungen fehlen.

Hinter Siegmund Scholz, der am 14.04.2020 achtundachtzig -jährig verstarb, sah man bei seiner Tätigkeit als Fernsehmechaniker-Meister nicht gleich den versierten und hoch interessierten Botaniker. Doch seine Liebe zum Gebirge, zur Umwelt und besonders seiner Pflanzenwelt drückte sich durch hervorragende Lichtbildaufnahmen aus. Durch seine Freundschaft mit dem kürzlich verstorbenen Peter Alexejew gelangte er zum Naturkundeverein, in dessen AG Botanik er 1971 eintrat. Bald wurde mit Dr. Wilhelm Grass zusammen ein botanisches Trio gebildet, das sich besonders der Pflanzenwelt im Gardasee- und Monte Baldo- Gebiet widmete. Die Diaaufnahmen wurden danach in verschiedenen Vorträgen in der AG gezeigt. In den Jahren 1988 bis 1993 trug Sigmund Scholz u. a. Themen wie „Passo Valles – seine Berge, seine Blumen“ oder „der Bayerisch Wald und die Steiermark“ botanisch korrekt vor, es konnten aber auch besinnlichere Vorträge wie „Fotografische Spaziergänge im Winter“ oder „Vier Jahreszeiten“ darunter auftauchen. Nach 1993 wurde es stiller um Siegmund Scholz in der AG Botanik, aber seine Verbindung zu Peter Alexejew und der Botanik blieb.

Mit Siegmund Scholz verliert der Naturkundeverein einen verdienten Hobby-Botaniker der frühen Jahre.